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Das Riesenhuhn aus der Hölle

Amerikanische Forscher haben eine neue Dinosaurier-Art entdeckt. Das Anzu wyliei getaufte Tier beschreiben die Wissenschaftler als “Huhn aus der Hölle”.

Die neu entdeckte Art "Anzu wyliei"in gerenderter Ansict von Bob Walters. (Foto: REUTERS/Bob Walters)Knapp dreieinhalb Meter lang, aufgerichtet drei Meter hoch und obendrauf ein Hühnerkopf – so hat ein bislang unbekannter Dinosaurier ausgesehen, den US-Forscher nach der Rekonstruktion seines vogelartigen Aussehens „Huhn aus der Hölle“ getauft haben. Der bis zu 300 Kilogramm schwere und teils gefiederte Dino durchstreifte vor 66 Millionen Jahren zusammen mit seinem furchterregenden Artgenossen Tyrannosaurus Rex das Gebiet der heutigen US-Bundestaaten North Dakota und South Dakota, wie die Wissenschaftler in der Online-Zeitschrift „Plos One“ berichteten.

Das geschnäbelte Urtier erinnert demnach an eine Kreuzung zwischen einem Emu und einem Reptil. Das Forscherteam aus Spezialisten des Carnegie- und des Smithsonian-Museums sowie der Universität Utah gab der neuentdeckten Spezies den wissenschaftlichen Namen Anzu wyliei – nach dem alten mesopotamischen Vogel-Dämon Anzu und einem dinosaurierbegeisterten Jungen namens Wylie, dessen Großvater Kurator des Carnegie-Museums in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania ist.

Das nachempfundeme Skelett des entdeckten "Anzu wyliei" im Carnegie Museum of Natural History in Pittsburgh, Pennsylvania (Foto: REUTERS/Carnegie Museum of Natural History)„Auf seinen Hinterbeinen stehend war das Tier rund drei Meter hoch – eine Begegnung mit ihm wäre furchterregend gewesen und uns zugleich unwirklich vorgekommen“, sagte Emma Schachner von der Universität Utah. Das Aussehen des „Höllenhuhns“ rekonstruierten die Wissenschaftler anhand von drei kreidezeitlichen Skelettfunden in der Hell Creek-Gesteinsformation in North und South Dakota.

Abgesehen von seinem langen Schwanz erinnerte Anzu demnach an einen großen flugunfähigen Vogel. Zu seinen Kennzeichen gehörten ein zahnloser Schnabel und ein großer Kamm auf dem Schädel. Der Dino war offenbar ein Allesfresser, hatte große scharfe Klauen und Beine wie ein Strauß. „Scherzhaft haben wir das Ding ‘Huhn aus der Hölle’ genannt“, sagte Matt Lamanna vom Carnegie-Museum. „Und ich glaube, der Name ist ziemlich zutreffend.“

Den Forschern zufolge gehört Anzu wyliei zur Gruppe der Oviraptor-Saurier, deren fossile Überreste meist in Zentral- uncd Ostasien gefunden wurden. Der neuentdeckte Dino ist demnach der größte Oviraptor-Saurier, der jemals in Nordamerika gefunden wurde. „Oviraptoren sind eng mit Vögeln verwandt und haben oft einen eigenartigen Kamm auf dem Kopf – wie die Kasuare“, erläuterte Schachner. Die mit Emus und Straußen verwandten Kasuare sind flugunfähige Vögel, die in Neuguinea und Australien leben.

Eine lange Lebenszeit auf unserem Planeten war der „Höllenhuhn“-Spezies offenbar nicht beschieden. Anzu sei „einer der jüngsten Oviraptor-Saurier, die wir kennen“, so Schachner. „Das bedeutet, er lebte zeitlich sehr nahe an jenem Ereignis, das die Dinosaurier auslöschte.“ Für das Ende das Dino-Herrschaft über die Erde wird der Einschlag eines großen Asteroiden vor 65 Millionen Jahren verantwortlich gemacht. (AFP)

Hans (27) hat schon einmal ein Buch gelesen, allerdings alles davon vergessen. Als Autor für das Ressort Hirn-Strom begibt er sich deshalb auf die Suche nach dem verlorenen Wissen. Wenn er gerade nicht schreibt, dann ist er im Internet zu finden; vornehmlich auf Seiten mit Cat-Content. Felix’ Lieblingstiere sind Wombats, weil sie würfelförmige Exkremente habe. Weitere Artikel von hans
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